Stift Lilienfeld – Gastfreundschaft mit Geschichte

Das Kloster Stift Lilienfeld
Das Zisterzienser-Kloster Stift Lilienfeld liegt in Niederösterreich. Es wurde 1202 vom Babenbergerherzog Leopold VI. Gestiftet. Er ist in der Stiftsbasilika beigesetzt, die zu den größten Kirchen in Niederösterreich gehört. Das Stift Lilienfeld ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, denn diese können in einer Führung den mittelalterlichen Kreuzgang besichtigen, das Laienbrüderdormitorium und den Kapitelsaal sowie auch die Kirche, das Brunnenhaus und auch viele weitere Sehenswürdigkeiten.
Gastfreundschaft im Kloster
Die Zisterziensermönche, die im Stift Lilienfeld leben, sehen es als ihre Hauptaufgabe an, die Liturgie zu feiern. Damit ist neben der Stundenliturgie auch die Heilige Messe gemeint. Angeschlossen an das Stift sind 19 weitere Pfarren. In diesen sind die Patres als Seelsorger tätig, doch einige Patres wirken an einer theologischen Fakultät oder sind an Schulen als Religionslehrer vertreten. Das Stift Lilienfeld ist bekannt dafür, dass man hier gern Gäste aufnimmt. Auf dem alten Pilgerweg nach Mariazell, der so genannten Via Sacra ist es eine wichtige Pilgerstation. Auch in der Verwaltung des Klostergutes, das dem Stift angeschlossen ist, sind einige Patres tätig. Die Einnahmen, die aus Forst, Jagd, Fischerei sowie aus der Gästebetreuung erwirtschaftet werden, sind in erster Linie als Löhne der Mitarbeiter in Verwendung. Doch sie dienen auch der Erhaltung der vielen historischen Gebäude, deren Instandhaltung große Summen benötigt.
Spirituelles Zentrum der Region
Im Stift Lilienfeld sind das mittelalterliche Laienbrüderdormitorium und das Cellarium, das aus dem 13. Jahrhundert stammt, nutzbar, um darin Veranstaltungen zu machen. Neben der mittelalterlichen Klosteranlage kann auch die barocke Bibliothek besichtigt werden. Des Weiteren ist die Abtei auch ein Klosterladen sowie eine Buchhandlung angeschlossen. Doch in erster Linie ist das Stift Lilienfeld ein spirituelles und kulturelles Zentrum in der Region. Das Stift ist eine der größten erhaltenen Zisterzienser-Klosteranlagen in Europa und ist wohl als eines der schönsten Denkmäler für mittelalterliche Baukunst in ganz Österreich zu nennen. Das Kloster wurde im 13. Jahrhundert gegründet als Tochterkloster von Stift Heiligenkreuz. Im Jahre 1217 brach Herzog Leopold VI. von hier aus zum Fünften Kreuzzug auf und er schenkte nach seiner Rückkehr dem Stift eine Kreuzreliquie aus Byzanz. Im Mittelalter waren die Mönche des Stifts sehr um die Fürsorge von Armen und Kranken bemüht. Auch die Beherbergung von Gästen spielte hier immer eine große Rolle.
Ort des Widerstands
Im 17. Jahrhundert war das Stift Lilienfeld ein wichtiges Zentrum im Zusammenhang mit der Gegenreformation. Im 17. Jahrhundert wurden frühbarocke Anbauten der Klosteranlage aus dem Mittelalter hinzugefügt. Als die Türken 1683 Wien belagerten, leistete das Kloster im Zusammenspiel mit der Bevölkerung der Region Widerstand und konnte Plünderungen und Repressalien erfolgreich abwenden. Kurzzeitig musste das Kloster aus Kostengründen aufgegeben werden, dabei gingen bedauernswerterweise viele Schriften und auch Kunstgegenstände verloren und auch ein Brand forderte seinen Tribut. Im 19. Jahrhundert taten sich die Mönche von Stift Lilienfeld als Mäzene im Kunstbereich hervor und der botanische Garten, auch als Stiftpark bekannt, wurde angelegt. Die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre und die Zeit der Nationalsozialisten schränkten das Kloster sehr ein. Heutzutage leben knapp 30 Patres im Kloster und für Menschen, die der Hektik des Alltags entfliehen wollen, gibt es Angebote, einige Tage im Stift Lilienfeld zu verbringen.
Urheber des Bildes: Bwag – Wikipedia