Stift Melk – Ein Kloster mit Tradition

Das Kloster Stift Melk
Schon seit über 900 Jahren leben im Stift Melk Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt. Dabei ist der Klosterfelsen aller Wahrscheinlichkeit bereits seit den Zeiten der Römer besiedelt. Das österreichische Benediktinerkloster, das direkt an der Donau liegt, ist ein Wahrzeichen der Wachau und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es gilt als sinnbildliches und dominantes Barockgebäude, dem das Stiftsgymnasium Melk angeschlossen ist, das als die älteste Schule Österreichs gilt, die noch besteht. Schon im 11. Jahrhundert war der Stift Melk ein Machtzentrum der Babenberger und auch deren bevorzugte Begräbnisstätte.
Die reiche und bewegte Geschichte des Stift Melk
Im 12. Jahrhundert kam es zu einer Ausgliederung des Klosters aus der Zuständigkeit des Bistums Passau. Es wurde daraufhin direkt dem Papst unterstellt und erhielt wahrscheinlich vom damaligen Markgrafen einige Besitzungen, damit die wirtschaftliche Existenz gesichert werden konnte. Es liegen zwar Dokumente vor, die aus dieser Zeit stammen, vermutlich handelt es sich jedoch dabei um Fälschungen. Doch andere Dokumente, die erhalten sind, können als echt angesehen werden, denn das Kloster hatte schon früh eine eigene Schreibstube, aus der Handschriften mit teilweise farbigen Miniaturen erhalten sind und die schon im Jahr 1160 eine betriebsame klösterliche Schule belegen. Im 13. Jahrhundert wurde das Kloster mitsamt allen Nebengebäuden von einem Brand zerstört. Auch die Bibliothek war betroffen und mit ihr gingen viele Schriften und andere historische Quellen buchstäblich in Flammen auf. Das Kloster erholte sich zunächst nur langsam von dieser Brandkatastrophe und der Aufbau geschah anfangs nur notdürftig. Denn nachfolgend kam es durch die Pest und Missernten sowie das Schisma im 14. und 15. Jahrhundert immer wieder zu Problemen, die die klösterliche Disziplin und die wirtschaftliche Grundlage im Stift Melk belasteten.
Aufschwung nach harten Zeiten
Als der Stift Melk von Herzog Rudolf IV. das Melker Kreuz geschenkt bekam, ging es endlich langsam bergauf, obwohl das Kloster zu Beginn des 15. Jahrhunderts das Schicksal vieler anderer Klöster teilte und hoch verschuldet war. Zudem gab es auch Streitigkeiten der Mönche untereinander und erst das Konzil von Konstanz brachte eine Reform der Benediktinerklöster mit sich, so dass das Kloster Melk zu einem Ort von strenger Klosterdisziplin wurde, wie es einst der Fall gewesen war. So wurde der Stift Melk zum Zentrum der Reform und viele Mönche kamen aus anderen Klöstern. Melks Einfluss erstreckte sich über ganz Österreich und den süddeutschen Raum bis hin zum Schwarzwald. In diesem Zuge wurde der Stift Melk auch zu einem kulturellen Zentrum, denn einflussreiche Figuren der Geistesgeschichte wurden hier hervorgebracht und auch wissenschaftliche und monastische Werke wurden in den Klostermauern verfasst und kopiert. Noch immer gab es finanzielle Probleme, doch nach einer weiteren Krise im 16. Jahrhundert kam es endlich zu einem Neubeginn, der für die Sanierung von Kirche und Kloster sorgte und neben dem wirtschaftlichen auch den literarischen und wissenschaftlichen Aufschwung mit sich brachte. Es kam zu vielen Neu- und Umbauten und das klösterliche Leben blühte. Heute wird das Kloster von etwa 500.000 Gästen pro Jahr besucht, die auch vom neuen Stiftsmuseum angelockt werden. Neben vielen Attraktionen bietet das Museum auch museumspädagogische Führungen für Vorschulklassen sowie viele andere Events und interessante Veranstaltungen im Stift Melk.
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