Der Jakobsweg

Der Jakobsweg

Der Jakobsweg


Der Jakobsweg ist ein Pilgerweg, der zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus führt, das sich im spanischen Santiago de Compostela befindet. Im Spanischen wird der Jakobsweg auch Camino de Santiago genannt. In erster Linie bezeichnet der Name den Camino Francés, eine Hauptverkehrsachse aus dem Hochmittelalter, die von den Pyrenäen bis zum nordspanischen Jakobsgrab reicht. Dabei liegen den so genannten Königsstädte auf diesem Weg, bei denen es sich um Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León handelt. Diese werden durch den Camino Francés miteinander verbunden. Die Entstehungszeit des Jakobswegs geht zurück auf das frühe 11. Jahrhundert. Seit 1993 gehört der panische Hauptweg zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Weg mit Tradition

Ursprünglich war der Weg nach Santiago de Compostela einmal eine alte Römerstraße. Von hier aus wurden Bodenschätze vom Westen nach Gallien und Italien transportiert. Bereits im Jahre 1047 wurde der Jakobsweg als Pilgerweg in einer alten Urkunde genannt. Das Ziel des Jakobswegs ist die Grabstätte des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela und dies war im Mittelalter nach Rom und Jerusalem eines der Hauptziele christlicher Pilgerreisen. Millionen von Menschen sind in den vergangenen Jahrhunderten diesen Weg gegangen. Von Roncesvalles nach Santiago de Compostela zieht sich der Jakobsweg knapp 800 Kilometer lang. Von hier ging übrigens auch die Zurückeroberung Spaniens aus, die so genannte Reconquista, bei der die Mauren von der iberischen Halbinsel verdrängt wurden. Und in heutiger Zeit ist er wieder sehr beliebt geworden und erlebt derzeit einen regelrechten Ansturm von Pilgerreisenden. Durch Martin Luther, der ein Kritiker der Pilgerreisen war, kam es zu einer Krise: Luther zweifelte nämlich an der Echtheit der Überreste des Apostels und stellte somit auch die Echtheit des Grabes. Durch seine Kritik kamen Pilgerreisen in Deutschland aus der Mode. Dies lag allerdings auch daran, dass die Reise zunehmend gefährlicher wurde, denn Mitte des 16. Jahrhunderts wurden viele deutsche Reisende festgenommen von der Inquisition mit der Begründung, sie hätten nicht gebeichtet, weshalb sie für Protestanten gehalten wurden. Das schreckte natürlich viele ab. Als weitere Hindernisse kam neben der Inquisition und der Reformation noch der Bürgerkrieg in Frankreich hinzu und gepaart mit zunehmender Kriminalität drohte der Strom der Pilger auf dem Jakobsweg nun ganz zu versiegen.

Pilgerweg mit neuem Leben

Doch im 20. Jahrhundert kam es zu einer Wiederentdeckung des Jakobswegs. Als Spanien 1986 Mitglied der Europäischen Gemeinschaft wurde, wurde der Jakobsweg saniert und modernisiert und die Tradition der Pilgerreise auf dieser Strecke erlangte neue Beliebtheit. So zählte die Kathedrale in Santiago de Compostela im Heiligen Jahr 2004 knapp 180.000 Pilger. Viele Prominente haben in den letzten Jahren als Pilger auf diesem Wege von sich reden gemacht. Zu den wohl bekanntesten zählen die US-Schauspielerin Shirley McLaine und der Schriftsteller Paulo Coelho. Auch durch die Veröffentlichung seines Bestsellers über die Pilgerreise über den Jakobsweg trug der Entertainer Hape Kerkeling dazu bei, dass der Jakobsweg zu einem regelrechten Massenphänomen geworden ist. Viele Pilger unterschiedlicher Konfessionen sind inzwischen auf dem Jakobsweg anzutreffen. Dabei geht es vielen nicht in erster Linie um die christliche Erfahrung, sondern auch Wanderer, die die schöne Landschaft und die historischen Wegabschnitte zu schätzen wissen, begeben sich auf den Jakobsweg.

Bild stammt von: Gerhard Reus – Fotolia.com

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